Restaurant-Kritik Grinsekatze

22 03 2009

grinsekatzeDen meisten bekannt aus der VOX-Serie „Mein Restaurant“ ist die Grinsekatze in der Ismaninger Straße in München. Zum Geburtstag meiner Mutter – sie ist großer Fan der Serie – haben wir uns einen Platz in der Grinsekatze reserviert und waren ganz gespannt auf das Restaurant, seinem Ambiente und natürlich dem Essen.

Atmosphäre und Karte

Der Empfang in der Grinsekatze war herzlich. Freundliche Kellner, ein angenehmes Ambiente in gelungener Kombination von grün und violett und liebevoll gedeckte Tische umrahmten den ersten positiven Eindruck. Auch die Karte machte einen sehr guten Eindruck, die Wochenkarte ist gut überschaubar, enthielt eine kleine aber feine Auswahl an Speisen und ist preislich im oberen Mittelfeld angesiedelt.

Vorspeise

Ein Glück, dass bei vier Personen verschiedene Geschmäcker die Auswahl am Tisch bereicherten. So war es mir nicht nur vergönnt, mein Kaninchenrückenfilet im Höhlenschinkenmantel auf Berglinsensalat zu verkosten, sondern auch die Hokkaido-Jakobsmuscheln auf Minz-Erbsen-Püree und Paprikaschaum sowie die getrüffelte Pasta.
Das Kaninchenrückenfilet war ok, zwar ein wenig trocken, aber geschmacklich durchaus gut, die dazu gereichten Linsen waren auch ok. Im Großen und Ganzen ein passabler Start.
Auch an den Jakobsmuscheln konnte man nichts aussetzen, das Highlight des ersten Gangs waren jedoch die getrüffelten Nudeln, hausgemachte Tagliatelle mit einer Trüffel-Sahne-Soße. Hier stimmte sowohl die geschmackliche als auch optische Komponente.

Hauptgang

Das Tagesgericht hat gleich 75% des Tisches überzeugt, ein Rosenheimer Rinderfilet auf geschwenktem Gemüse und Ofenkartoffeln, die anderen 25% – das Geburtstagskind – wählte geschmorte Kalbsbäckchen. Dazu wurden Tagliatelle und ebenfalls Paprika-Zucchini-Gemüse serviert. Die Kalbsbäckchen waren butterweich und überzeugten auch geschmacklich, das Pfannengemüse war ok – hier kann man auch höchstens die Produkte verbrennen – und die Nudeln waren gute hausgemachte, wie bei der Vorspeise eben.
Das Rinderfilet war von der Garstufe her auch sehr gut getroffen, geschmacklich war das Fleisch ebenso hervorragend. Was dem Ganzen jedoch einen faden Beigeschmack verpasste, war die Fülle der servierten Soße. So ist das Filet, das zuerst mit der guten Fleischqualität glänzen konnte, im Nachhinein buchstäblich abgesoffen. Schade.

Desert

Abgesoffen ist auch die treffende Beschreibung für das Desert. Der Katzenburner, ein flambierter Schoko-Brownie, war mit soviel Rum getränkt, dass selbst die Bedienung zugeben musste, nach zwei Bissen schon leicht beschwipst gewesen zu sein.

Resumee

Starker Beginn mit schwachem Ende. Parallel zum Bayern-Spiel dieses Tages, dass die Lokalmatadoren mit 1:0 gegen den Tabellenletzten Karlsruhe nach einem starken Beginn der Partie und einem glücklichen Ende für sich entscheiden konnten, muss man der Grinsekatze leider ebenfalls eine abfallende Leistungskurve bescheinigen. Der FC Bayern hier als Vergleich sehr gut herangezogen werden: nach außen hin ein sehr gutes Bild, jedoch ist bei einigen Mannschaftsteilen durchaus noch Luft nach oben. Der Abend war zwar ein Sieg, jedoch keine grandiose Leistung. Wie passend, dass sich am Nebentisch Bastian Schweinsteiger mit Anhang nieder gelassen hat…

Fazit: Gute Küche, super Atmosphäre. Wer jedoch kulinarische Höchstleistungen erwartet, läuft Gefahr, enttäuscht zu werden.

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Stadtrundfahrt in München – Erfahrungsbericht aus dem Doppeldecker

22 02 2009

Seit November bin ich jetzt in München und habe mir einen Traum eines jeden japanischen Besuchers der Bayerischen Landeshauptstadt erfüllt. Nein, ich war nicht im Hofbräuhaus, sondern habe mit einem Doppeldecker eine Stadtrundfahrt unternommen. Nein, kein Witz, blanke Realität. Hier also mein Erfahrungsbericht:

Die Recherche startete – wie sollte es auch anders sein – im Internet. Big G schickte mich auch gleich auf die richtige Seite der Stadtrundfahrten, zugegeben richtig fies vom Design. Allerdings verfügt die Seite sogar über eine grottige Buchungsfunktion, die man auch wahrnehmen sollte, im Ticketverkauf vor Ort muss man einen Aufschlag in Kauf nehmen.

Los ging’s am Hauptbahnhof mit einer illustren Damenrunde, die eine der Ihren in die Ehe verabschiedete, und ein paar echten Touristen. Wählbar in 8 Sprachen konnte man nun die Fahrt genießen. Wohl ein Student französischer Herkunft hat mir dann in fast perfekten Deutsch die Sehenswürdigkeiten entlang der Route erklärt. Über den Königsplatz ging es zum Odeonsplatz, von dort aus zur Oper und über die Maximiliansstraße auf die rechte Uferseite der Isar. Über den Gasteig und das Isartor erreichte man den Zwischenstopp Viktualienmarkt. Nachdem man einige weitere Interessierte aufgenommen hat, fuhr der Tross über den Stachus zurück zum Ausgangspunkt Hauptbahnhof.

So elanvoll wie meine Aufzählung der Sehenswürdigkeiten auf der Tour war auch die Begleitung durch den Erzähler mit französischem Akzent. Das sowas überhaupt nicht geht, steht außer Frage. Den Flair, den man bei einer Hafenrundfahrt in Hamburg durch die Erzählungen eines hanseatischen Originals mitbekommt, lässt diese Veranstaltung vollends missen. Im Großen und Ganzen wäre die Rundfahrt lustig, hätte man einen Flachmann oder zumindest eine Flasche Sekt dabei, aber ansonsten ist man mit einem guten Reiseführer und einem Linienbus besser bedient. Wenn man jedoch Zeit hat und das Wetter mitspielt, kann man die Tour viel schöner zu Fuß bewältigen, denn so bekommt man zumindest auf den Straßen etwas vom Münchener Flair ab.