NoFollow in der Praxis: Wer traut sich?

26 04 2008

In meinem letzten Artikel habe ich über Sinn oder Unsinn der Verwendung des NoFollow-Attributes in der Praxis philosophiert. Doch wer wendet es überhaupt an?
Der viSEOcoach fordert im Kommentar zu meinem Beitrag, die Wirkung zu testen, der Inhose SEO hat sich zum Jahreswechsel die Mühe gemacht und mutmaßt, dass das Thema “Aktives Management der internen PageRank-Vererbung” an Brisanz gewinnen wird. Auch im Kommentar orakelt Sistrix – der im Übrigen die Steuerung der internen Verlinkung per NoFollow relativ simpel erklärt – dass viele Websites dieses Mittel zur PR-Vererbung einsetzen werden. Bei ihm habe ich den Einsatz von NoFollow bei seinen Projekten, die er auf seiner Website vorstellt, vermisst.

Der Inhouse SEO hat sich die Mühe gemacht, und einige Websites auf die Verwendung untersucht. Ich habe hier vor allem bei den Preisvergleichen, die recht gut in den SERPs ranken, ein Verwendungsschema festgestellt. Die klassischen Footerlinks wie Kontakt, Impressum etc. werden sowohl ausgeschlossen als auch die variierenden Teile der Website, wie z.B. die letzten Bewertungen, oder Mitgliederbereiche. Jeweils eine sehr dezente Verwendung des Mittels, jedoch wird hier zumindest damit gearbeitet.
Ich habe danach Jens‘ Arbeitgeber analysiert. Hier wird NoFollow zum einen zur Unterbindung von Doppelverlinkungen wie bei der Scout- oder Load-Gruppe verwendet, zum anderen auch für die klassischen Footer-Themen. Auf eine Anwendung beim Mitglieder-Bereich hat der rosa Riese jedoch verzichtet.
NoFollow bei t-online.de
Eine ebenfalls sehr dezente Verwendung, vor allem da der Mitgliederbereich nicht mit in die Verwendung eingebunden wurde.

Bei Amazon oder woot! habe ich vergeblich nach der Verwendung des NoFollow-Attributes gesucht, fündig bin ich in der elektronischen Bucht geworden.
NoFollow bei eBay
Mitgliederbereich, erweiterte Suche und die Hilfe wurden hier ausgeschlossen. Was mich jedoch verwundert, ist die Verwendung von NoFollow bei dem Link auf die Startseite. Anscheinend will eBay das Hauptaugenmerk weg von der Hauptseite hinein in die Tiefe lenken.

Im Großen und Ganzen hat sich also in den letzten Monaten auf diesem Gebiet nichts getan. Zwar verwenden ein paar wenige Seiten NoFollow, um die Linkpower von Kontakt & AGB auf Wichtigeres zu lenken, jedoch wird dieses Attribut nur recht dezent verwendet. Merkwürdig ist nur, dass auf den wenigen Projekten von SEOs, die mir bekannt sind, NoFollow wenig bis gar nicht verwendet wird. Sträfliche Vernachlässigung oder einfach nur Angst? Wenn man an sich an den Websites, die auf eine dezente Verwendung von NoFollow setzen, orientiert, so könnte man mutmaßen, dass Big-G bisher keine Maßnahmen gegen eine Verwendung des NoFollow-Attributes unternimmt.

Noch Fragen? Frag Big-G! 😉

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Follow oder NoFollow, das ist hier die Frage

21 04 2008

PageRank Sculpting, Wertung vom ersten, zweiten oder überhaupt keinen Linktext und Verlinkung der eigenen Projekte am besten aus dem Footer in hellgrau mit oder ohne Schleifchen. Immer wieder ein beliebtes Thema bei SEOs rund um den Erdball.

Ich hab dieses Thema gewählt, weil ich heute hierzu zwei Beiträge auf seoroundtable.com gefunden habe.
Im Ersten wird ein Beitrag eines Google-Mitarbeiters in einem Google Groups Thread zitiert, der anrät, themenfremde Verlinkung der eigenen Projekte zu unterlassen. Follow-Verlinkungen versteht sich. Oder auch NoFollow? Dazu hat er sich nicht geäußert, nur würde eine Bestrafung für NoFollow-Links ja keinen Sinn machen.
Zweiter Beitrag beschäftigt sich mal wieder mit dem PageRank Sculpting, sprich dem Beeinflussen des internen Linkflusses. Auch bei Jojo hat das Thema im Bezug auf die Feststellung, dass Google nur den ersten Linktext wertet, aufgegriffen. Auch hier geht es vornehmlich um das Beeinflussen im Bezug auf Wertigkeit des Linktextes.

Tja, wo könnte der Hund begraben liegen? Richtig, am Verb beeinflussen. Sicherlich wäre es eine feine Sache, den internen Fluss des PageRanks von einer Ebene zur nächsten per NoFollow zu steuern.

Der Gedanke: Ich leite von meiner Hauptseite auf die Landingpages den Linkfluss weiter. Impressum, Kontakt und anderes Gedöns bringen mir nichts, von daher bekommen diese kein Tröpfchen ab. Den lästigen Home-Button „deaktiviere“ ich mit NoFollow und verlinke dann elegant aus dem Content mit einem SEO-technisch astreinen Linktext.

Die Illusion: „Hört sich ja wunderbar an, ich wusste ja nix mit meinem PR4 auf der Kontaktseite anzufangen.“ Ich werte meine Seiten, die hohe Conversion-Raten bringen sollen, so auf und pfeif auf den Rest.

Die vermeintliche Realität: So, und jetzt bin ich mal Mr. Google himself, the Grandmaster of the Internet. Die SEOs nerven mich sowieso, weil die meine schönen Suchergebnisse verfälschen. Na gut, ein wenig brauch ich sie ja auch, sie helfen mit URL-Design, ordentlichen Tags und einem Auge auf den Content bei meiner Arbeit, den Suchenden zum Findenden zu transformieren. Und jetzt kommen die daher und wollen mir sagen, wie ich meinen geheiligten PageRank zu verteilen hab?! Ab auf die rote Liste mit den Schweinen.

Fazit: Alles schön und gut, Linkfluss hin und her. Bei der OnPage-Optimierung sollte man ein Auge darauf haben, wie der erste Linktext aussieht, nur auf NoFollow sollte man verzichten – sagt der gesunde Menschenverstand. Was haben wir aus der Vergangenheit gelernt? Ist Link(ver)kauf nicht abgestraft worden? Wie wird es dann wohl mit der Zweckentfremdung des NoFollows sein? Auf kurze Frist mag die Beeinflussung des Linkflusses ein Mittel zur Optimierung sein, aber langfristig hindert das Beeinflussen dieses Vorhaben und ich lehne mich mal aus dem Fenster und wage zu behaupten, dass man mit dieser Strategie nicht dauerhaft gut fahren kann.